Kazé Manga: Das neue Label in Deutschland



Der hiesige Manga-Markt wird von Carlsen, Tokyopop und Egmont Manga & Anime dominiert, doch auch andere Verlage wie Panini (Planet Manga) und Schwarzer Turm mischen mit. Neue Verlage bzw. Labels haben es immer schwer, denn sogar Heyne scheitere vor einigen Jahren mit seinen Titeln in Deutschland. Trotzdem versucht nun ein neues Label Fuß zu fassen: Kazé Manga. Dies könnte sogar klappen, denn hinter diesem Label stecken unter anderem die japanischen Unternehmen Shōgakukan und Shūeisha. Um erfolgreich in den Markt einzusteigen, begann man Anfang März 2012 mit der Veröffentlichung folgender Serien:

Akuma to Love Song - Böse Mädchen haben keine Lieder (Miyoshi Tomori)


Maria Kawai besuchte bis vor kurzem die St. Katria-Schule, jedoch wurde sie von der Schule geschmissen, angeblich weil sie tätlich gegenüber Lehrern geworden ist. Nun besucht das hübsche Mädchen die Totsuka Oberschule, doch ihre direkte Art und ihr Talent die anderen Leute zu durchschauen, machen es ihr nicht leicht hier Freunde zu finden. Obwohl sie mit Yusuke Kanda und Shin Meguro zwei nette Jungs in der Klasse kennenlernt, nutzen die feindseligen Mädchen jede freie Minute, um ihr das Leben schwer zu machen. Dass der Lehrer voreingenommen gegenüber Maria ist, macht die Sache nicht unbedingt leichter.
Akuma to Love Song ist ein Shōjo-Manga, der von Juli 2007 bis Mai 2011 im japanischen Magazin Margaret vorveröffentlicht wurde und mit 13 Bänden abgeschlossen ist. Die Serie bietet den typischen Shōjo-Zeichenstil, was sich besonders bei Maria bemerkbar macht. Hier stechen besonders die Titelbilder der einzelnen Kapitel hervor, da Maria darin meistens in sehr aufwändigen Kostümen zu sehen ist, die ihre Schönheit zusätzlich unterstreichen. Kazé Manga sicherte sich mit dieser Serie einen sehr interessanten Titel, denn die angesprochenen Themen sind auch in unseren Gefilden durchaus omnipräsent.



Blue Exorcist (Kazue Kato)


Eigentlich wäre Rin ein ganz normaler Schüler, doch zieht er Prügeleien magisch an. Sein Ziehvater, Pater Fujimoto, hat ihn deshalb dazu verdonnert, sich endlich einen Job zu suchen. Freundlich wie er ist, hat er Rin schon ein Vorstellungsgespräch organisiert, doch kommt es zu einem folgenreichen Zwischenfall. Durch einen unglücklichen Zufall erscheint Rins richtiger Vater, Satan höchstpersönlich! Dieser möchte seinen Sohn dazu nutzen, die Erde zu erobern, doch opfert sich Pater Fujimoto für den Jungen. Anstatt sich seinem Schicksal zu ergeben, schwört Rin Rache an seinem richtigen Vater. Da kommen ihm seine neuen Dämonenkräfte gerade richtig …
Blue Exorcist erscheint seit April 2009 im japanischen Magazin Jump Square aus dem Hause Shueisha und umfasst derzeit sieben Bände (der achte Band ist bereits für Anfang April geplant) in Japan. Der Manga kam beim japanischen Publikum so gut an, dass ein 25-teiliger Anime produziert wurde, welcher von April bis Oktober 2011 ausgestrahlt wurde. Kazé sicherte sich bereits die Rechte daran, so dass die hiesigen Fans nicht nur in den Genuss des Manga kommen werden, sondern auch den Anime auf DVD und Blu-ray anschauen können. Blue Exorcist hat von den fünf gestarteten Titeln die größten Chancen sich sehr gut zu verkaufen.



Midnight Secretary (Tomu Ohmi)


Kaya ist eigentlich eine sehr hübsche junge Dame, doch ohne Dutt und Brille sieht sie wie ein kleines Mädchen aus. Praktisch, dass dieser Look zu ihrem neuen Job als Privatsekretärin des Unternehmers Kyohei Toma passt. Doch schnell muss sie feststellen, dass ihr neuer Chef nicht nur ein fähiger Geschäftsmann ist, sondern auch ein Playboy, der nichts anbrennen lässt. Eines Tages beobachtet sie eine Liaison mit einer der Damen und muss erschrocken feststellen, dass ihr Chef eigentlich ein Vampir ist! Leider sorgt diese Entdeckung für ein paar neue Aufgaben, auf die sie als Sekretärin gerne verzichtet hätte.
Midnight Secretary lief von 2006 bis Mai 2009 im japanischen Magazin Petit Comic und wurde in insgesamt sieben Sammelbänden zusammengefasst. Vampire erfreuen sich in den letzten Jahren sehr großer Beliebtheit, sei es durch amerikanische Serien wie True Blood, Filme wie twilight oder Manga/Anime wie Vampire Knight. Man sollte eigentlich meinen, dass diese Serie nur eine von vielen ist, doch da es sich um einen romantischen Manga mit übernatürlichen Figuren handelt, entwickelt die Geschichte ihren eigenen Charme. Trotz allem wird es die Serie meiner Meinung nach schwer in Deutschland haben, obwohl sie eine überschaubare Anzahl an Bänden hat.



Nura - Herr der Yokai (Hiroshi Shiibashi)


Eigentlich ist Nura ein ganz normaler Mittelschüler, wäre da nicht die Sache mit seinem Großvater, welcher der Anführer einer unheimlichen Yokai-Gruppe ist. Da Nura zu drei Vierteln Mensch und zu einem Viertel Yokai ist, wünscht sein Großvater, dass er sein Erbe antreten soll. Doch der junge Bursche will gar nicht daran denken und so kommt es, dass seine Freunde ständig in Gefahr sind, weil bösartige Yokais die Macht erringen wollen. Doch genau in diesen Situationen verwandelt sich Nura selbst in einen Yokai, vergisst aber leider was er währenddessen tut …
Nura - Herr der Yokai wird seit März 2008 im japanischen Magazin Weekly Shōnen Jump vorveröffentlicht und umfasst derzeit 20 Bände. Der anhaltende Erfolg des Manga zog zwei je 24-teilige animierte Adaptionen nach sich, doch gibt es bis heute keine verständliche Version zu kaufen (wobei VIZ Media die Serie in den USA streamte). Eigentlich hat Nura - Herr der Yokai alles was es braucht, um der heimliche Star im derzeitigen Shōnen-Gespann von Kazé-Manga zu werden.



Toriko (Mitsutoshi Shimabukuro)


Willkommen im Gourmet-Zeitalter! Essen ist inzwischen allgegenwärtig und die Suche nach immer neuen und unbekannten Gaumenfreuden gehört zum alltäglichen Leben mancher Leute dieses Zeitalters. Zu ihnen gehört Toriko, ein Delikatessenjäger besonderer Art. Sein Traum ist es, dass perfekte Menü zusammen zu stellen und so bereist er verschiedene Orte, um die idealen Zutaten zu finden. Dabei nimmt er es mit gefährlichen Tieren auf, wie z.B. dem achtbeinigen Aggrogator oder dem vierarmigen Troll Kong. Kein Wunder das Toriko nicht nur viel essen, sondern auch sehr gut kämpfen kann.
Essen ist ein sehr außergewöhnliches Thema für einen Shōnen-Manga, in dem auch noch gekämpft werden soll. Toriko versucht diese beiden Themen zu vereinen und schafft dies sogar sehr erfolgreich in Japan, denn inzwischen sind 17 Bände erschienen, seit der Manga im Mai 2008 in der Weekly Shōnen Jump gestartet wurde. Seit April 2011 läuft sogar ein Anime im japanischen Fernsehen, so dass die Serie ihren Siegeszug fortsetzen kann. Wie bereits weiter oben erwähnt, ist das Thema dieser Geschichte sehr außergewöhnlich, so dass sich Toriko erst noch beweisen muss. Mit Naruto, Bleach und One Piece hat der Manga sehr starke Konkurrenz in Deutschland!



Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung der Reviewexemplare.

Miki